Raphaela Schmaltz

FOM Master-Studentin Raphaela Schmaltz. (Foto: FOM/Burcunur Czyz)

Durchblick im Paragraphen-Dschungel: Die eigene Karriere steuern

Steuerrecht & Social Media – „Das pure Leben!“

22.06.2023 | Köln

Wer durch den Instagram-Feed von Raphaela Schmaltz scrollt, könnte meinen, der Account sei von einer jungen Frau, die einfach ihr buntes Leben teilt: Fotos mit Katzen, auf dem Motorrad, vor einem dicken Teller Spaghetti. Doch tatsächlich bauen all diese Bilder von „steuer_ela“ Brücken zu Tipps auf ihrem Fachgebiet: Steuern! So geht es also nicht darum, flauschige Kätzchen, leckere Drinks und Klamotten zu präsentieren. Vielmehr klärt die 28-Jährige über Hund- und Katzensteuer, Biersteuer, KFZ-Steuer für Zweiräder und Bewirtungskosten auf. Denn: Raphaela ist Expertin auf diesem Gebiet, absolvierte bereits dual ihren Bachelor in „Steuerrecht“ an der FOM und studiert jetzt im dritten Semester im Master „Taxation“ am Hochschulzentrum in Köln. 

„Laaaangweilig“ denken viele Menschen über Steuerrecht. „Absolut gar nicht“ meint dagegen Raphaela, die in einer Kanzlei in Hagen angestellt ist. Für sie ist es ein abwechslungsreicher, krisensicherer Beruf, der das Leben in all seinen Facetten widerspiegelt. Bereits mit 13 Jahren träumte sie in Freundschaftsbüchern unter der Kategorie „Das will ich mal werden“ davon, irgendwann Steuerberaterin zu werden – natürlich auch familienbedingt, denn: „Mein Vater ist Steuerberater, darum durfte ich in meiner Kindheit immer Briefe beim Finanzamt einwerfen. Am Essenstisch diskutiert meine Familie bis heute tagtäglich über Steuern. Andere finden es vielleicht nervig, mich begeistert es einfach“, schwärmt Ela, der man die Euphorie sofort abkauft. „Ich lerne in meinem Alltag so viele verschiedene Menschen und Unternehmen kennen, die eine Geschichte zu erzählen haben – und diese Geschichten stecken hinter jeder Steuererklärung“, schmunzelt die 28-Jährige. „Hotelrechnungen, private Ausgaben, aber auch Schicksalsschläge. Viele sehen den Job des Steuerberaters nicht so, aber er kann sehr persönlich werden. Ich sag immer `Steuern sind das pure Leben!`“
 

So gar nicht „typisch Steuerfachangestellte“?

Ein weit verbreitetes Vorurteil über das Berufsbild von Steuerfachangestellten ist, dass die Arbeit eintönig und trocken ist. Ela ist vom Gegenteil überzeugt: „Ich arbeite mit Zahlen. Ich arbeite mit Menschen. Auf Social Media kann ich kreativ sein.“ Raphaela Schmaltz war immer auf der Suche nach einem originellen „Steuer-Profil“, fand aber keinen Account, dem sie folgen wollte. „Es sollen in den sozialen Netzwerken ja keine allzu komplizieren Inhalte aufgezeigt werden. Ich wollte leichte Kost für zwischendurch und sowohl alltagsrelevante als auch unterhaltsame Infos weitergeben.“ Und das gelingt ihr auf ihrem Instagram-Account. Denn: Neben den herkömmlichen Infos über Einkommenssteuern oder Kurzarbeitergeld packt Ela mit Steuern aus, die wohl niemand auf dem Schirm hat.
 

„Ela macht das schon“

„Wer hätte das gedacht, dass die Männer damals an den Vater der Prinzessin eine Steuer zahlen musste, um sie zu heiraten. Oder dass für in der Öffentlichkeit getragene Perücken ebenfalls Steuern fällig wurden, die an den königlichen Perückeninspektor gezahlt werden mussten“, lacht Ela. Mittlerweile folgen ihr mehr als 2500 Menschen: „Für so manch einen Steuer-Beitrag werde ich während der Vorlesungen an der FOM inspiriert. Ich erweitere im Studium kontinuierlich mein Wissen – Wissen von dem ich nicht nur im Job, sondern auch privat profitiere“, freut sich die Master-Studentin. Und auch ihre Freundinnen machen sich ihre Fähigkeiten zunutze: „Die kommen mit ihren Fragen immer zu mir , ´Ela macht das schon` heißt es dann.“ Bei anderen Berufen sei es wohl eher selten der Fall, dass man so von seinem Job profitieren könne.
 

Spannende und vielfältige Themen

Auch die Inhalte aus den Vorlesungen seien extrem spannend und vielfältig, sagt Ela Schmaltz: „Es geht ja nicht nur um Steuern. Managementbasics, Führungsqualitäten, E-Commerce – all diese Themen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Das Studium bringt mir einfach viel Sicherheit, Background und auch Vorsicht. Ich werde für Themen sensibilisiert, kann vieles gleich in meinem Arbeitsalltag anwenden und meinen Kollegen berichten.“ Und genau auf diesen Kanzleialltag wollte Ela auch nicht mehr verzichten, als sie sich für ein berufsbegleitendes Studium entschied.
 

Dozenten wissen, wovon sie reden

Dennoch ist es der 28-Jährigen wichtig, sich alle Türen offen zu halten: „Durch einen Master ist mir das möglich. 2022 werde ich hoffentlich den Abschluss in der Tasche haben, 2023 dann auch die Steuerberaterprüfung absolvieren. Wer weiß, wohin es mich danach verschlägt.“ Auch eine Dozententätigkeit könnte sich die junge Studentin sehr gut für sich vorstellen. „Das ist ja das Besondere an der FOM. Die Dozenten kommen alle aus der Praxis. Sie wissen wovon sie reden, bringen Praxisbeispiele an. Das wäre sicherlich auch was für mich.“ Außerdem gehe es sehr persönlich zu: „Wir sind kleine Kurse, circa zehn Leute – da sind schon richtige Freundschaften entstanden.“ So ist ihre Kommilitonin Lara mittlerweile zu einer ihrer besten Freundinnen geworden: „Wir haben uns in der allerersten Vorlesung gesehen und es war Liebe auf den ersten Blick“, lacht Steuer-Ela. „Wir haben eine Fahrgemeinschaft gebildet, lernen zusammen und tauschen uns aus.“
 

Menschenkenntnis ist von Vorteil

In ihrem Arbeitsalltag beschäftigt sie sich hauptsächlich mit Mandantengesprächen, Steuerklärungen, Besprechungen und vielen Telefonaten. Nach Feierabend geht es in „normalen Zeiten“ gegen 18 Uhr dann noch an zwei bis drei Abenden zur Vorlesung ins Hochschulzentrum, aktuell bleibt die Master-Studentin wegen der Pandemie direkt im Büro und verfolgt von dort die virtuellen Vorlesungen an der FOM. Aus Elas Sicht braucht ein guter Steuerberater eine Kombination aus Fachwissen, Lockerheit, Sozialkompetenz und Disziplin. „Eine gewisse Menschenkenntnis ist schon von Vorteil, auch wenn das Fachwissen immer an oberste Stelle steht.“ Allerdings kämen ihre eigenen Steuern seltsamerweise immer etwas zu kurz: „Aber wie sagt man so schön: Der Schuster trägt die schlechtesten Schuhe“, schmunzelt die 28-Jährige und fährt sich mit der Hand durch ihre lange Lockenmähne.